Seminar: Theorie und (Kunst)Geschichte/n der Fotografie

Seit ihrer Erfindung im 19. Jahrhundert war die Fotografie laut Walter Benjamin das erste revolutionäre Medium der technischen Reproduzierbarkeit. Eine intensive diskurstheoretische Auseinandersetzung mit der Fotografie ließ jedoch lange auf sich warten, keine akademische Disziplin

fühlte sich dafür so recht zuständig. Daran hat sich in den letzten Jahrzehnten viel geändert. Der Diskurs über Formen, Inhalte, Strategien und Potentiale der Fotografie und des Fotografischen hat sich zunehmend ausdifferenziert und seine Impulse dazu aus ganz unterschiedlichen Disziplinen erhalten (aus der Medienwissenschaft, Kunstgeschichte, Philosophie und Ethnologie wie auch den Cultural- und Postcolonial Studies). Bereits seit den 1960er Jahren hat die Präsenz der Fotografie im Feld der Kunst stetig zugenommen und scheint – betrachtet man beispielsweise das Medienecho der Ausstellung von Andreas Gursky in Düsseldorf im Jahr 2012 und sein Werk „Rhein II“ als teuerste Fotografie der Kunstgeschichte – aktuell einen Höhepunkt erreicht zu haben. Die Tatsache, dass man längst das postfotografische Zeitalter eingeläutet haben will, ändert daran nichts, im Gegenteil: Der Diskurs wird aktuell dadurch beflügelt, dass das Dubitative und das Fotografische mehr und mehr zu einem unzertrennlichen Paar werden und dass zugleich der Vergleich zwischen Fotografie und Malerei wieder salonfähig wird. Welche theoretischen Positionen haben den Fotografiediskurs geprägt bzw. gewendet, warum und auf welche Weise? –   Diese Fragen werden innerhalb des Seminars mit Rückgriff auf zentrale fotografietheoretische Positionen bearbeitet und mit fotografischen Positionen aus dem Feld der Kunst konfrontiert. Das Seminar liefert einen schlaglichtartigen Einblick in die Theoriegeschichte der Fotografie wie auch die Geschichte der Fotografie im Feld der Kunst.

Kontakt:

Dr. Jessica Nitsche

NRW-Forum

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