Seminar: Walter Benjamin im Kontext der Medien und der Kunst

Innerhalb der Medienwissenschaften sei die „fast einhellige Berufung auf den Medientheoretiker Walter Benjamin schon ein erstaunliches Phänomen“, so Inge Münz-Koenen in ihrer Sammelrezension über drei zeitnah erschienene Bände über Benjamin und die Medien. Was haben Benjamins Schriften für die Medien- und Kunsttheorie wie auch künstlerische Praktiken zu bieten (und was nicht)? Im Seminar geht es zunächst darum, Benjamins eigene Gegenwart zu beleuchten: Welche optischen Apparate und Bilder, welche künstlerischen Bewegungen und theoretischen Ansätze waren der Ausgangspunkt seiner medientheoretischen Überlegungen und wie haben diese Einfluss auf sein Sehen und Schreiben genommen? Der weitere Schritt wird sein, Benjamin in der Gegenwart zu verorten. Was kennzeichnet die aktuelle Benjamin-Rezeption, die keinesfalls nur im Medium der Schrift stattfindet, sondern auch in Form von Ausstellungprojekten?

Sammeln, zitieren, nebeneinander anordnen – dies alles sind Praktiken, die für die Kunst an Bedeutung mehr und mehr gewonnen haben; es sind zugleich Verfahren, die Benjamin literarisch praktiziert hat. Das Seminar unternimmt den Versuch, versteckte Beziehungen aufzudecken und Benjamins theoretische wie auch literarische Arbeit mit künstlerischen Praktiken der Gegenwart zu konfrontieren.

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Dr. Jessica Nitsche

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