Forschungsprojekt: Die Medienkunstagentur 235 MEDIA. Ihre Bedeutung hinsichtlich der Produktionsbedingungen, Ökonomisierung und Internationalisierung von Medienkunst 

Die Stiftung imai hat mit Unterstützung der Gerda Henkel Stiftung ein zweijähriges Forschungsprojekt ins Leben gerufen, das die Bedeutung von 235 Media für die Geschichte der Video- und Medienkunst erstmalig systematisch erforschen und medientheoretisch fundieren wird.

Die Medienkunstagentur 235 Media hatte seit ihren Anfängen in den frühen 1980er Jahren entscheidenden Einfluss auf die nationale und internationale Entwicklung und Verbreitung der Video- und Medienkunst. Diese formierte sich nicht innerhalb des etablierten Kunstbetriebs, sondern aus Subkulturen heraus, auf der Basis von Medienutopien und in enger Verbindung zur Musikkultur der 1970er und 1980er Jahre. Inzwischen ist die Medienkunst in den Museen mehr als nur angekommen und Prozesse der Ökonomisierung sind in Gang gesetzt. Sie hat seit ihren Anfängen zahlreiche bis in die Gegenwart wirkmächtige Innovationen hervorgebracht, sowohl im Hinblick auf die Kunstproduktion wie auch auf Präsentations-, Vermittlungs- und Verbreitungsformen. Diese lassen sich am Beispiel der Geschichte und der Aktivitäten von 235 Media in besonderem Maße verdeutlichen, da sie zentrale Entwicklungen der Medienkunst ‚von innen heraus‘ begleitet hat.

Zu ihren Aktivitäten zählten – um nur eine kleine Auswahl zu nennen – die Verbreitung von Medienkunst durch das Fernsehen, die Edition des Videomagazins Video Congress, der Aufbau internationaler Vertriebsstrukturen, Festivalbeteiligungen und Ausstellungen (VIDEONALE.5; vision.ruhr etc.). Indem 235 Media an Produktions-, Verbreitungs- wie auch kuratorischen Prozessen mitwirkte bzw. diese initiierte und mit der Zielsetzung einer ‚Demokratisierung der Künste‘ agierte, ist sie selbst zu einem substantiellen Bestandteil der Medienkunstgeschichte geworden.

Das Forschungsprojekt wird diese Zusammenhänge systematisch untersuchen und medientheoretisch fundieren. Die Stiftung imai bildet für dieses Vorhaben den idealen Standort, denn als diese im Jahr 2006 gegründet wurde, erhielt sie von 235 Media deren immenses Archiv mit Video- und Medienkunst, Ausstellungsdokumentationen und zahlreichen bislang unveröffentlichten Materialien. So bietet das Medienkunstarchiv der Stiftung imai für die Umsetzung des Projekts einen unvergleichlichen und bislang wenig erforschten Fundus.

 

Team:

Dr. Renate Buschmann (Projektleitung)

Dr. Jessica Nitsche (Postdoc-Stipendiatin)

Hiroko Kimura-Myokam (Research Fellow, Japan)

Angelika Gwozdz (Wissenschaftliche Hilfskraft)

 

 

Electronic Café International (documenta IX), copyright: 235 Media

 

Kontakt:

Dr. Jessica Nitsche

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